Spielplatzbau in München – ein Kinder-Reporter Interview

 

Spielplätze sind für Kinder ein toller Ort zum Toben und Spielen. Aber wer entscheidet eigentlich, wo Spielplätze gebaut werden? Die Hauptabteilung Gartenbau vom Baureferat ist für die Planung, den Bau und den Unterhalt von Spielplätzen in München verantwortlich. Auf dem Weltkindertag in Freiham hat unser Reporter Adrian (12) mit Frau Gast vom Baureferat/Gartenbau ein kleines Interview zu dem Thema geführt.

Wie wird entschieden wo Spielplätze gebaut werden?
wkt2016_gartebau_02Da gibt es immer eine grundsätzliche Planung, nämlich den Bebauungsplan. Da steht das ganz genau drin: zum Beispiel, wenn es eine bestimmte Anzahl von Häusern gibt, wo erwartungsgemäß eine bestimmte Anzahl an Kindern wohnen werden, dann brauche ich auch eine bestimmte Anzahl an Grünflächen und auf den Grünflächen Spielplätze. So ist das, wenn neue Spielplätze entstehen.

Wer ist an der Planung für einen Bau beteiligt?
Im Idealfall sind die Fachleute vom Baureferat/Gartenbau daran beteiligt, ein Landschaftsarchitekt/ -architektin, der Bezirksausschuss und dann natürlich die Kinder, Jugendlichen oder die Eltern von Kleinkindern – je nachdem, was wir für einen Spielplatz bauen.

Welche Rolle spielen Kinder für die Planung?
Grundsätzlich spielen Kinder für uns immer eine große Rolle! Wenn wir Spielplätze bauen, dann sind die ja für die Kinder und wir können uns überhaupt nicht erlauben, dass wir einen Spielplatz bauen, der den Kindern hinterher nicht gefällt. Das geht gar nicht! Und deswegen ist für uns wichtig, mit den Kindern gleich am Anfang der Planung zu sprechen und zu fragen, was sie für Ideen haben. Dafür leiten wir die Kinder durch ein Programm, mit dem wir Ideen entwickeln und anschließend wissen, was die Kinder an diesem Ort machen wollen. Für unser Programm sind zwei Dinge wichtig: Die Kinder müssen die Rahmenbedingungen des Baus und den Ort kennen. Rahmenbedingungen heißt, wir erklären ihnen, wie groß der Spielplatz werden soll oder was entsprechend der Platzverhältnisse gebaut werden kann (wenn zum Beispiel die Nachbarn sehr nah daran wohnen, kann wegen Lärm nichts Lautes, wie ein Fußballplatz oder eine Skateanlage, gebaut werden). Den Ort kennen bedeutet für uns, dass wir mit den Kindern raus gehen und den Ort gemeinsam anschauen und untersuchen.

Wie lange dauert ein Spielplatzbau von der Planung bis zur Eröffnung?
Das ist leider manchmal sehr lange. Im Durchschnitt locker zwei Jahre. Da sind ganz viele Leute, die eingebunden werden müssen und die wir fragen müssen, ob die Planung, die wir uns vorstellen, in Ordnung ist. Es ist auch wichtig, dass wir ausreichend Geld bekommen. Je größer der Spielplatz werden soll, desto mehr Schritte müssen wir machen; das geht bis zum Stadtrat, also die Politiker, die wir fragen müssen: „Ist es okay, dass wir so viel Geld für diesen Spielplatz ausgeben?“ Das dauert leider immer sehr lange. Das ist für Kinder sehr schwierig, weil sie in der 3. Klasse sind, wenn wir sie fragen, wie der Spielplatz aussehen soll und bis der Spielplatz fertig ist, sind sie vielleicht schon in der 5. oder 6. Klasse. Das müssen wir in jedem Fall noch verbessern!

Wie viele Spielplätze werden im Jahr geplant?
Man muss da ein bisschen unterscheiden: Es gibt neue Spielplätze, da wo vorher keiner war. Und es gibt alte Spielplätze, die so abgenutzt sind, dass wir sie sanieren (also neu machen) müssen. Das heißt, die alten Wege oder Geräte kommen weg und man baut dort etwas richtig Neues. Ich kann es nicht genau sagen, aber ich würde mal schätzen, dass wir im Jahr drei völlig neue Spielplätze haben und ungefähr fünf, die etwas umfangreicher saniert werden. Wir müssen ja alle städtischen Spielplätze (das sind über 720) in Ordnung halten; manchmal wird da nur ein Gerät ausgetauscht – man macht ja nicht immer gleich den ganzen Spielplatz neu. Und das müssen wir laufend an vielen Spielplätzen machen. Aber die Zahlen variieren jedes Jahr.